Transportflüge im Ruhrgebiet

Hunderte Kilometer Gasleitungen durchsetzen das gesamte Gebiet Nordrhein-Westfalens. Um große Industrieanlagen und Anwohner ausreichend mit Gas versorgen zu können, sind die eingesetzten Metallrohre viele Zentimeter stark. Damit die Leitungen ausreichend vor äußeren Einflüssen geschützt sind, verlaufen sie größtenteils unterirdisch und treten nur hin und wieder an die Oberfläche. Eine solche Gasleitung durchzieht auch die Kleinstadt Dorsten im nördlichen Ruhrgebiet.

Für eine groß angelegte Instandhaltungsmaßnahme wurden wir vor einigen Wochen von dem Betreiber der Gasleitungen mit der Durchführung von professionellen Lastentransporten mittels eines Helikopters beauftragt. Bei dem Lastgut handelte es sich um weit über 100 so genannte Steinmatratzen - das sind flexibel einsatzbare Kunststoffnetze, die mit faustgroßen Steinen befüllt werden. Besondere ökologische Verträglichkeit sowie ein Gesamtgewicht von 900 Kilogramm zeichneten diese Lasten aus. Die vorgesehenen Absetzpunkte dieser Steinkammermatten lagen wenige Meter unter der Wasseroberfläche eines kleinen Sees, welcher von einer großen Unterwasser-Gasleitung durchschnitten wird. Im Laufe der Einsatzplanung führten unsere Experten mehrere Ortsbesichtigungen durch, bei denen sie sich einen guten Eindruck über die Gegebenheiten vor Ort verschaffen konnten. Dabei wurde schnell ersichtlich, dass die unwegsamen Ackerflächen unmittelbar neben dem See den Einsatz eines Autokrans unmöglich machten. Auch handelte es sich bei dieser Baustelle um ein Naturschutzgebiet, sodass seitens der Behörden besondere Auflagen hinsichtlich des Einsatzes von schwerem Baugerät erteilt wurden. Bei der Auswahl des Helikopters achteten wir auf Grund der großen Menge an Lasten auf den Einsatz eines wirtschaftlichen Modells mit ausreichend Leistungsreserven. Ein Umstand, der sich an den beiden langen Einsatztagen bezahlt machte. Mehrere tausend Lastenflug-Stunden, die der von uns eingesetzte Pilot bereits vorweisen kann, sorgten für einen reibungslosen Ablauf und somit nur wenige Flugminuten pro Lastenhub. Durch die weit über 100 Flüge konnten wir so die Gesamtkosten des Einsatzes minimieren und zudem unserem Kunden dabei helfen, einen erheblichen Eingriff in die Natur zu vermeiden, der bei dem Bau von aufwändigen und teuren Baustraßen entstanden wäre.

Immer wieder fanden sich im Laufe der beiden Einsatztage Journalisten von überregionalen Zeitungen ein, die über diesen außergewöhnlichen Einsatz berichteten. Auch ein Fernsehteam des WDR verfolgte gespannt die einzelnen Flüge des Helikopters und fertigte laufend Filmaufnahmen für einen Bericht in der "Aktuellen Stunde" an. Unser Auftraggeber war nach Abschluss der Arbeiten erfreut über den schnellen und reibungslosen Einsatz, sodass er bei zukünftigen Bauprojekten den Einsatz eines Transporthubschraubers stets in die Überlegungen einbindet.